Havarien: Definition, Arten und Beispiele

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Havarien: Definition, Arten und Beispiele

Eine Havarie stellt ein bedeutsames Ereignis dar, das häufig mit schwerwiegenden Folgen verbunden ist und im juristischen Kontext besonders im Zusammenhang mit Schifffahrtsunfällen betrachtet wird. Im Kern dreht sich die Behandlung von Havarien um die Regelung und Kompensation von Schäden, die infolge eines Schiffsunfalls oder einer maritimen Katastrophe entstehen.
Im maritimen Recht gelten für die Regulierung von Havariefällen vorrangig die Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs. Diese Regelungen legen die Verfahren und Maßnahmen fest, die im Falle einer Havarie ergriffen werden müssen, sowie die Rechte und Pflichten der beteiligten Parteien, darunter Reeder, Schiffseigner, Versicherer, Frachtbesitzer und andere Betroffene.
Die rechtlichen Aspekte, die im Rahmen einer Havarie behandelt werden, sind vielfältig und komplex. Sie umfassen Fragen der Haftung, Schadensbewertung, Versicherungsansprüche, Bergung und Rettung, Umweltschutz sowie internationale Regelungen und Abkommen, insbesondere im Hinblick auf grenzüberschreitende Schifffahrt und die Vermeidung von Umweltschäden.
Die Klärung und Abwicklung von Havariefällen erfordert in der Regel eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessengruppen sowie eine gründliche Untersuchung der Umstände und Ursachen des Unfalls. Dies kann sowohl gerichtliche als auch außergerichtliche Verfahren umfassen, um eine faire und angemessene Kompensation für die Geschädigten sicherzustellen und gleichzeitig die ordnungsgemäße Durchführung der Regulierung zu gewährleisten.
Definition: Was ist eine Havarie?Arten von HavarienBeispiele für Havarien

Definition: Was ist eine Havarie?

Als Havarie werden alle unfallbedingten Schäden an einem Schiff oder seiner Ladung bzw. an beidem bezeichnet. Darüber hinaus kennen Wohnungsverwaltungen Havarien als Schadensereignisse, die eine plötzlich auftretende Störung darstellen. Brände, Sturm und Explosionen können solche Havarien auslösen. Meist besteht bei ihnen Gefahr für Leib und Leben und/oder das Risiko einer Sachwertbeschädigung.

Im Schifffahrtswesen geht es bei einer Havarie vorrangig und die Schadensregulierung und um die Verteilung der damit verbundenen Kosten auf alle Parteien.

Arten von Havarien
In erster Linie wird zwischen der groben und der leichten Havarie unterschieden. Eine grobe Havarie liegt vor, wenn eine Gefahr für die Gemeinschaft droht.
Der Schiffsführer muss eine Handlung erbringen, damit die Gefahr vom Schiff, von der Ladung und von der Besatzung abgewendet wird. Dies kann außerordentliche Kosten, da hohe Schäden möglich sind. Die Kosten werden dann auf alle Beteiligten gleichmäßig verteilt.
Eine leichte Havarie hingegen ist ein Schadensvorfall, der keine gemeinschaftliche Gefahr darstellt. Die Kosten dafür können nicht auf alle Beteiligten verteilt werden.
Häufig ist von der Bezeichnung „Havarie-Grosse“ zu hören. Es geht dabei um den finanziellen Ausgleich, der infolge einer Havarie nötig wird. Durch diese Verteilung der Kosten soll verhindert werden, dass ein Beteiligter einen finanziellen Ruin erleidet.
Dafür werden die Kosten in einem festen Verhältnis verteilt, wobei die zugrunde liegenden Werte durch die von Schiff und Ladung bestimmt werden. Schiffseigner und Frachtbeteiligte haben Kosten, die durch die Havarie entstehen, beide tragen diese zu gleichen Anteilen. Maßgeblich sind dabei die Wertverhältnisse von Schiff und Ladung.
Damit eine Havarie-Grosse anerkannt wird, muss eine Gefahr für das gesamte Schiff und die Ladung vorhanden sein. Außerdem müssen die Maßnahmen, die zur Abwehr der Gefahr eingeleitet werden, in Absprache mit allen Beteiligten eingeleitet werden.
Darüber hinaus ist eine Vereinbarung über die Kostenverteilung zu treffen. Ein unparteiischer Rechner muss die Kosten am Ende exakt ausrechnen und auf deren Verteilung achten.

Beispiele für Havarien

Im Schifffahrtswesen liegt eine Havarie vor, wenn beispielsweise ein Schiff auf dem Meer in einen Sturm gerät.

Das Kentern des Schiffes muss unbedingt vermieden werden, daher lässt der Kapitän einige Container über Bord werfen.

Diese Gegenmaßnahme soll die zu erwartenden Kosten senken und mögliche Schäden reduzieren.

Geht es um Havarien in der Wohnungsverwaltung, gilt bereits ein defekter Hausanschluss als solche. Auch ein Rohrbruch oder ein nicht schließbares Wasserventil kann eine Havarie darstellen.

Darüber hinaus sind Verstopfungen als Havarien zu behandeln. Nicht unter diese Bezeichnung fallen tropfende Wasserhähne und verstopfte Toiletten.

Die Unterscheidung ist für den Einsatz und die Finanzierung von Notdiensten im Sanitärwesen oder in der Elektrotechnik wichtig.

Wird ein Notdienst gerufen, ohne dass eine tatsächliche Havarie vorliegt, kann dies in rechtlichen Streitigkeiten mit der Wohnungsverwaltung enden.

Geht es um Havarien in der Wohnungsverwaltung, gilt bereits ein defekter Hausanschluss als solche. Auch ein Rohrbruch oder ein nicht schließbares Wasserventil kann eine Havarie darstellen. (Foto: AdobeStock - 706611363 AkuAku)

Geht es um Havarien in der Wohnungsverwaltung, gilt bereits ein defekter Hausanschluss als solche. Auch ein Rohrbruch oder ein nicht schließbares Wasserventil kann eine Havarie darstellen. (Foto: AdobeStock – 706611363 AkuAku)

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